Experten plädieren für vierte Impfung

Omikron könnte in Deutschland schon bald die dominierende Corona-Variante sein. Experten drängen deshalb darauf, bei der Impfkampagne nachzusteuern. Sie schlagen eine vierte Dosis und kürzere Impfabstände vor.

Die Booster-Impfungen in Deutschland nehmen gerade an Fahrt auf, da zeichnet sich bereits ab, dass auch diese dritte Impfung nicht die letzte sein dürfte. „Wir rechnen damit, dass im Sommer, spätestens im Herbst eine vierte Impfung nötig sein wird“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands Ulrich Weigeldt der „Bild“-Zeitung.

Er hoffe darauf, dass die vierte Corona-Impfung dann „schon in Verbindung mit der Grippe-Impfung“ verabreicht werden könne, „um den Schutz vor Corona in eine Routine zu überführen“. Nötig werden könnte das auch wegen der neuen Virusvariante Omikron, die womöglich noch ansteckender ist als die derzeit dominierende hochinfektiöse Delta-Variante.

Zwei Dosen reichen nicht mehr

Die Hersteller BioNTech/Pfizer wollen bis März – unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung – einen an Omikron angepassten Impfstoff bereitstellen. Sie gehen aber davon aus, dass auch ihr derzeitig verwendeter Impfstoff weiterhin vor einer schweren Erkrankung schützt – allerdings auch davon, dass angesichts von Omikron zwei Dosen keine vollständige Impfung mehr sind.

Experten erwarten eine sehr schnelle Ausbreitung der Omikron-Variante. „Wir rechnen damit, dass diese Mutation Anfang nächsten Jahres langsam die dominante Variante wird“, sagte der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung Divi, Gernot Marx, der „Passauer Neuen Pressse“. Sein Kollege Christian Karagiannidis geht davon aus, dass dies Ende Januar der Fall sein wird.

„Vorausschauende Pandemiepolitik“

Angesichts dessen drängen Fachleute wie der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger, auf eine Verkürzung des Abstands zwischen zweiter und dritter Impfung. Die Ständige Impfkommission empfiehlt im Regelfall bisher sechs Monate, je nach Bundesland ist es auch schon früher möglich.

Eine raschere Auffrischimpfung könne die Ausbreitung sowohl der Delta- wie auch der Omikron-Variante beeinflussen, „das zeigen die Erfahrungen aus Israel sehr eindrücklich“, sagte Salzberger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen mahnte in der „Rheinischen Post“, in den Modus einer „vorausschauenden Pandemiepolitik“ zu kommen. „Die Folgen von Omikron spüren wir noch nicht morgen, aber schon heute müssen wir uns dagegen wappnen.“

Quelle: Tagesschau