Neue Ampel-Koalition plant Abschaffung von Steuerklasse 3 und 5

Heiraten und Steuern sparen? Das wird mit der neuen Ampel-Koalition nicht mehr möglich sein. Die Details.

Wir heiraten alle wenn dann natürlich aus Liebe. Doch die Eheschließung hat auch einen steuerlichen Vorteil – bis jetzt.

Mit dem Ehegattensplitting, das 1985 eingeführt wurde, konnten Eheleute und Lebenspartner Steuern einsparen. Die Ampel bereitet diesem Vorteil nun bald ein Ende.

Ende des Ehegattensplittings

Bisher war es so, dass man sich durch das Ehegattensplitting steuerliche Vorteile sichern konnte. Die Einkünfte der Partner werden zusammengerechnet und anschließend durch zwei geteilt. Die Gesamtsumme wird dann versteuert.

Die Einkommenssteuer wird anschließend mit der Splittingtabelle ermittelt. Bei Versteuerung des Gesamteinkommens zahlt man weniger, als wenn das Einkommen der beiden Partner einzeln versteuert wird.

Das gilt allerdings nur, wenn eine Person mehr verdient als die andere. Um das Ehegattensplitting anzuwenden, muss die Person, die weniger verdient, also in die Steuerklasse fünf wechseln. Die Person, die mehr verdient, wechselt in Steuerklasse drei.

FDP, SPD und Grüne setzen diesem Verfahren nun ein Ende. Stattdessen soll die sogenannte Familienbesteuerung eingeführt werden.

Steuerklassen 3 und 5 werden abgeschafft

Die Kombination aus den Steuerklassen drei und fünf wird also abgeschafft. Stattdessen sollen beide Ehepartner in die Steuerklasse vier überführt werden.

Der Grund für die Änderung der Steuer-Regelung ist, dass diese als nicht mehr zeitgemäß gilt. „Wir wollen die Familienbesteuerung so weiterentwickeln, dass die partnerschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche Unabhängigkeit mit Blick auf alle Familienformen gestärkt werden“, heißt es im Koalitionsvertrag.

Da das Ehegattensplitting lediglich Paare belohnt, bei der die eine Person mehr verdient als die andere, lohnt es sich für viele nicht, in Vollzeit zu arbeiten. Hausfrauen oder Hausmänner – meistens sind es Hausfrauen – werden so in die Teilzeit gedrängt, da am Ende dank des steuerlichen Vorteils so viel dabei herauskommt, als würden sie 40 Stunden die Woche arbeiten gehen. Das betrifft strukturell vor allem Frauen und Mütter.

Die EU-Kommission als auch die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) rügte Deutschland bereits mehrfach wegen dieser veralteten Regelung, da sie Frauen vom Arbeitsmarkt fernhalte.

Ein weiterer Grund dafür, dass das Ehegattensplitting nicht als zeitgemäß gilt, ist, dass alle anderen Lebenspartnerschaften von dem Steuervorteil ausgeschlossen werden. Lediglich die klassische Familienkonstellation, das verheiratete Paar, bekommt eine Vergünstigung.