EWE bereitet sich auf möglichen Gas-Lieferstopp vor

Der Energieanbieter EWE aus Oldenburg bereitet sich mittelfristig auf einen möglichen Gaslieferstopp von Russland vor. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben Großkunden informiert.

Die Vorräte reichen laut EWE-Chef Stefan Dohler zwar noch bis über den Sommer hinaus. Danach könnte es aber eng werden, vor allem für die Industrie. Die EWE-Speicher seien aktuell zu 36 Prozent gefüllt, sagte Dohler auf der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens am Donnerstag.

EWE-Chef erwartet weiter steigende Energiepreise

Infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine geht der EWE-Chef mit weiteren Preissteigerungen bei Erdgas aus. EWE werde die Preisentwicklung letztlich an die Kunden weitergeben müssen. „Wir wollen uns nicht daran reich machen. Wir müssen aber auch unser Unternehmen schützen und wirtschaftlich agieren“, sagte Dohler. Strom soll ab 1. Juli für EWE-Kunden billiger werden. Das Unternehmen werde die dann wegfallende EEG-Umlage komplett an die Kunden weiterreichen, hieß es.

Eigene Pipelines nach Wilhelmshaven in der Planung

Auch das geplante LNG-Terminal in Wilhelmshaven könnte russisches Gas nicht komplett ersetzen, so der EWE-Chef. Das Unternehmen will im kommenden Jahr eigene Pipelines nach Wilhelmshaven bauen, um Flüssiggas speichern zu können. Zudem möchte die EWE verstärkt auf erneuerbare Energien setzen: Zum einen sollen in den kommenden Jahren mehr Windkraftanlagen gebaut werden. Darüber hinaus will die EWE in künftig geplante Baugebiete keine Gasleitungen mehr verlegen, sondern selbst ins Geschäft mit Wärmepumpen einsteigen.

Jahr 2022
Letzen 5 Jahre

verwendete Quelle: NDR