Wasserstoff-Projekt nimmt in Cuxhaven Fahrt auf

Offizieller Spatenstich: Bau der Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff beginnt

Auf dem Gelände „An der Baumrönne 2“ am Rand von Cuxhaven wird die Wende zur klimaschonenden Energieversorgung in der Region eingeläutet. Mit dem heutigen Spatenstich hat dort der Aufbau eines Netzwerkes zum Betrieb der Mittelplate-Versorgerflotte mit der Zukunftsenergie Wasserstoff begonnen. Es handelt sich dabei um das „H2Move“-Projekt. 

Beim symbolischen Spatenstich mit vor Ort: der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies, der Oberbürgermeister von Cuxhaven, Uwe Santjer, der Geschäftsführer des Projektentwicklers Turneo, Jochen Kaufholt, sowie der Leiter des Deutschlandgeschäftes von Wintershall Dea, Robert Frimpong. Im Rahmen der Veranstaltung sagte Olaf Lies: „Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, um das Thema Wasserstoff voranzutreiben. Dafür brauchen wir Unternehmer, die mutig in die Zukunft investieren. Die Turneo GmbH ist mit der Wintershall Dea ist ein gutes Beispiel für den Transformationsprozess von den fossilen Energieträgern in die Zukunft der Energieversorgung.“ 

Gebaut werden ab jetzt eine Elektrolyseanlage mit einer Leistung von 2 Megawatt zur Erzeugung des CO2-neutralen, grünen Wasserstoffs und Kompressionstechnik zu dessen Verdichtung auf bis zu 900 bar. Darüber hinaus werden Speicher verschiedener Druckstufen errichtet, die der Beschleunigung der künftigen Tankvorgänge dienen. Wintershall Dea Deutschland ist Teil der neuen Versorgungsinfrastruktur und wichtiger Netzwerkpartner, der einen großen Teil des erzeugten Wasserstoffs abnehmen wird. Mit diesem wird die auf Wasserstoff-Hybrid-Antriebe umgestellte Versorgerflotte für die Bohr- und Förderinsel Mittelplate betrieben. „Die Wasserstoffproduktion an diesem Ort und die Umrüstung unserer Schiffsmotoren auf die hochmoderne umweltfreundliche Antriebstechnik sind weitere Schritte zur Verbesserung der Umweltverträglichkeit und zur Reduzierung von Emissionen. Wir werden uns künftig noch emissionsärmer und leiser durch den Nationalpark bewegen“, betonte der Leiter von Wintershall Dea Deutschland, Robert Frimpong, bei der Auftaktveranstaltung. Die vier Versorgungsschiffe der Mittelplate-Flotte legen bislang zusammen pro Jahr etwa 12.500 Seemeilen zur Versorgung der Insel Mittelplate zurück. Dabei verbraucht allein das Schiff Coastal Liberty jährlich rund 275.000 Liter Diesel.

Ausgangsbasis für die Umrüstung ist eine Machbarkeitsstudie, die die Firma EnTec Industrial Services GmbH in Cuxhaven erfolgreich abgeschlossen hat. EnTec betreibt die Landbasis der Mittelplate in Cuxhaven und ist seit vielen Jahren zuverlässiger Partner von Wintershall Dea. Die Entwicklung und Umsetzung der landseitigen Versorgungsinfrastruktur fällt in die Zuständigkeit der Turneo GmbH, einem Joint Venture aus der Hamburger Karlsson GmbH und der EWE Gasspeicher GmbH aus Oldenburg. Turneo-Geschäftsführer Jochen Kaufholt: „Es freut mich sehr, dass der Rückenwind aus der Politik, die fulminante Unterstützung der Stadt Cuxhaven und die vertrauensvolle Partnerschaft mit Wintershall Dea dazu geführt haben, dass wir hier heute den Startschuss für die Wasserstofftechnologie am Standort Cuxhaven geben können.“

Der an Land produzierte Wasserstoff gelangt in so genannten Tankcontainern unter bis zu 350 bar Druck auf die Mittelplate-Schiffe. Aus diesen Spezialbehältern wird der Wasserstoff dann einer Brennstoffzelle zugeführt und der erzeugte Strom in Akkus abgegeben. Dieser Strom treibt den Elektromotor an, der über ein Hybridgetriebe die Welle und die Schiffsschraube in Bewegung setzt. Durch diese erste praktische, maritime Anwendung soll in Cuxhaven der Grundstein für eine Wasserstoffinfrastruktur gelegt werden, von deren Ausbau der Hafen und die gesamte Region profitieren.

Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer: „Heute beginnt in Cuxhaven eine weitere neue Zeitrechnung, weil wir mit dem Spatenstich für einen Elektrolyseur ein deutliches Zeichen setzen, dass wir die Energie dort auch produzieren können, wo wir sie verbrauchen. Das heißt, die Wasserstofftechnologie wird uns bei der Energiewende entscheidend helfen und der Standort Cuxhaven ist besonders geeignet, weil wir hier auf viel Windenergie zurückgreifen können und damit dann einen grünen Wasserstoff herstellen können. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem Projekt von der Turneo GmbH einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Mobilität – nicht nur zu Wasser, sondern auch auf dem Land – schaffen.“