9-Euro-Ticket: Künftig im IC zwischen Bremen und Norddeich-Mole gültig

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Mit dem günstigen 9-Euro-Ticket können Reisende Richtung Nordseeküste ab diesem Freitag (08.07.2022) auch die Intercity-Züge zwischen Bremen und Norddeich-Mole nutzen. Wie das Verkehrsministerium am Mittwoch in Hannover mitteilte, hat sich darauf die niedersächsische Landesregierung mit der Deutschen Bahn (DB) geeinigt. Für die Freigabe der IC-Teilstrecke will Niedersachsen 1,5 Millionen Euro an die DB zahlen. Über die Einigung hatte zuvor die „Nordwest-Zeitung“ Bericht erstattet.

In einer Erklärung sagte Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU): „Wir haben hart verhandelt, schließlich wird uns dieses Geld mittelfristig an anderer Stelle für ebenfalls wichtige Landesprojekte fehlen.“ Er halte die Einigung kurz vor dem Start der Sommerferien in Niedersachsen dennoch für einen guten Kompromiss. Als Zubringer zu mehreren Nordseeinseln, unter anderem nach Norderney und Juist, ist die Bahnstrecke für Touristen sehr interessant.

Über die Freigabe des 9-Euro-Tickets auf dem IC-Teilabschnitt hatte es lange Streit gegeben. Im Zweistundentakt verkehren die Regionalexpress und der Intercity abwechselnd auf der Strecke zwischen Bremen und Norddeich-Mole. In den IC-Zügen werden normalerweise auch Nahverkehrstickets auf diesem Abschnitt akzeptiert. Bremen und Niedersachsen zahlen dafür jedes Jahr rund 2,9 Millionen Euro an die Bahn.

Im Mai verlangte die Bahn nach Angaben von Althusmann als Ausgleich zusätzliche 5,24 Millionen Euro für drei Monate, damit das 9-Euro-Ticket dort ebenfalls gilt. Der Streit wurde zuletzt von dem stellvertretenden Ministerpräsidenten als „kindisch“ bezeichnet – er hielt die Forderung für nicht nachvollziehbar. Die Bahn senkte ihre Forderung nach Gesprächen zuletzt auf 2,5 Millionen Euro, wie das Ministerium nun weiter mitteilte.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Hannover kündigte das Land Bremen an, für das 9-Euro-Ticket auf dem IC-Abschnitt keinen Ausgleich an die Bahn zahlen zu wollen. Die Bahn nahm demnach schließlich das Angebot von 1,5 Millionen Euro aus Niedersachsen für die Freigabe an.

(dpa)