„Auszeit“ nach der Flut für betroffene Personen: Institutionen, Vereine und die Stadtverwaltung ermöglichen einige Tage Erholung in Cuxhaven

Nach der Flut in ihrer Heimat in Euskirchen genießt das Ehepaar Roitzheim eine Auszeit in Cuxhaven. Foto: Stadt Cuxhaven

Die Geschehnisse der Flutkatastrophe zwischen Rhein und Ahr machen auch in den Wochen danach noch betroffen: das Bedürfnis, etwas für die Überschwemmungsopfer zu tun, war und ist auch heute noch unter den Menschen in Cuxhaven riesengroß. Neben der körperlichen Unterstützung von Hilfskräften aus Cuxhaven, die umgehend nach den Ereignissen ins betroffene Gebiet aufgebrochen waren, wurden auch zahlreiche Sachspenden gesammelt und versendet.

Und die Hilfe geht noch weiter: Dank der Zusammenarbeit diverser Cuxhavener Institutionen erhalten betroffene Familien aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz seitdem auch eine Atempause vom Aufräumen.
Den Menschen aus den betroffenen Flutgebieten auch eine Art „Auszeit“ und ein paar unbeschwerte Urlaubstage an der Cuxhavener Küste zu ermöglichen: Für dieses Hilfsangebot hat sich Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer ergänzend stark gemacht – mit Erfolg.

Dem Vorhaben des Oberbürgermeisters schlossen sich kurzerhand der Verein „Vereint“, um die Geschäftsführende Gesellschafterin Alexandra Herzog-Schmitt aus der Wurster Nordseeküste und die Diakonie Cuxland, um die Geschäftsführerin Sylvia Cordes-Tambor an. Dank des unermüdlichen Einsatzes dieser Institutionen konnten diverse Beherbergungsbetreiber und Unterkunftsgeber für die Aktion gewonnen werden. Innerhalb kürzester Zeit ermöglichten sie es, dass sich Familien, Paare und Alleinstehende – sofern der Wunsch besteht – aus den betroffenen Gebieten in Cuxhaven und Umgebung eine Auszeit nehmen konnten. Neben der Unterkunft in Ferienhäusern, -wohnungen und Hotels erhalten die Gäste auch freien Zutritt zu diversen Einrichtungen.


50 Personen konnte die Auszeit von sieben bis 14 Tagen so bereits ermöglicht werden. Wie auch für Stephan und Swetlana Roitzheim aus Euskirchen. Das Ehepaar hat die schrecklichen Ereignisse hautnah miterlebt. Innerhalb weniger Minuten verloren sie diverse Habseligkeiten. Nachdem sie in der Nachbarschaft seit Wochen tagtäglich bei den Aufräumarbeiten unterstützt haben, genießen sie nun ein paar Tage Erholung an der Nordsee. „Einfach mal tief durchatmen bei dieser sauberen Luft – unbezahlbar“, betont der Unternehmer. Im Gespräch mit Cuxhavens Oberbürgermeister und den Unterstützerinnen und Unterstützern berichtet das Paar von den unvorstellbaren Erlebnissen. Doch sie sind auch sehr dankbar. Dankbar für die Hilfsbereitschaft der Menschen aus Deutschland und Cuxhaven. „Diese Zeit hier werden wir nicht vergessen und wir kommen nächstes Jahr wieder. Dann wollen wir auch was zurückgeben, denn hier sind bereits Freundschaften entstanden“, sagt Swetlana Roitzheim.


„Es ist zwar viel Koordinierungsarbeit, aber der Aufwand und die Freude in den Gesichtern der Menschen ist es absolut wert“, freut sich auch Alexandra Herzog-Schmitt. Dass die Aktion kurzerhand bis zum Ende der Weihnachtsferien verlängert wurde, hat mit einer finanziellen Auffrischung des Rotary Clubs Cuxhaven zu tun. „Mit dieser Spende wird es weiteren Personen aus den betroffenen Gebieten ermöglicht, für eine Zeit von den Geschehnissen abzuschalten und im Kreise der Liebsten das Weihnachtsfest in Cuxhaven zu verbringen“, betont Dr. Bruno Kaesler, Präsident des Rotary Clubs Cuxhaven.


Weitere Personen und Familien werden bis zum Jahreswechsel das Angebot noch wahrnehmen. „Ich bin sehr stolz und dankbar auf und für die Helferinnen und Helfer, die Vereine und Institutionen. Die Bereitschaft in Cuxhaven anderen Menschen zu helfen, war wieder einmal enorm und verdeutlicht, wie wichtig das gesellschaftliche Leben doch ist“, betont Oberbürgermeister Uwe Santjer.

Pressekontakt: Stadt Cuxhaven, Marcel Kolbenstetter